Von der Muttersprache zur Erstsprache
Der UNESCO-Tag der Muttersprache am 21. Februar lädt jedes Jahr dazu ein, über Sprache und sprachliche Vielfalt nachzudenken. Er bietet somit Gelegenheit, die Entwicklung des Begriffs Muttersprache zu beleuchten und zu erklären, warum dieser in der Bundesverwaltung nicht mehr verwendet wird.

Der Begriff «Muttersprache» wurde lange Zeit verwendet, um die erste erlernte Sprache eines Menschen zu bezeichnen. Bei der Schaffung dieses UNESCO-Tags auf Antrag von Bangladesch ging es vor 26 Jahren insbesondere darum, gefährdete Sprachen und somit weltweit die sprachliche Vielfalt zu stärken.
Der Begriff Muttersprache verweist zwar emotional auf Herkunft und kulturelle Verwurzelung, hat in einer zunehmend vielfältigen und mehrsprachigen Gesellschaft aber an Genauigkeit verloren. Aus diesem Grund wird heute insbesondere im wissenschaftlichen und institutionellen Umfeld der Begriff «Erstsprache» verwendet. Er beschreibt neutral und präzise die Sprache, die eine Person zuerst erlernt hat. Auch in der Bundesverwaltung wurde der Begriff «Muttersprache» durch «Erstsprache» abgelöst, da dieser zu einer inklusiven und sachlichen Sprache sowie zu einem einheitlichen statistischen Ansatz beiträgt.
Weiterführende Links
Internationaler Tag der Muttersprache | UNESCO
Relevante Fachbegriffe für die Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung