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MitteilungVeröffentlicht am 2. Juli 2026

Die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz für die Mehrsprachigkeit in der Schweizerischen Bundesverwaltung

Im Auftrag der Delegierten des Bundes für Mehrsprachigkeit, Nicoletta Mariolini, hat das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) der Universität Zürich eine Pilotstudie zur Analyse der Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI) auf die Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung durchgeführt. Sie wurde am 16. Juni 2026 in Bern präsentiert. Aus ihr geht hervor, dass KI-Tools zwar zum Abbau der Sprachbarrieren beitragen, gleichzeitig aber das Risiko mit sich bringen, dass gewisse kulturelle Besonderheiten verloren gehen und dass dem Verständnis unter den Sprachgemeinschaften geschadet wird.

KI hat – insbesondere in Form von Tools für die maschinelle Übersetzung und von Large Language Models (LLM) – Einzug in den Arbeitsalltag der Bundesverwaltung gehalten und verändert die Erstellung mehrsprachiger Inhalte. Nachfolgend finden Sie ein Video der Präsentation dieser Studie.

KI-Tools erleichtern die Arbeit in der bevorzugten Amtssprache (insbesondere für französisch- und italienischsprachige Mitarbeitende) und können die Rekrutierung von Angehörigen sprachlicher Minderheiten begünstigen. Sie bringen jedoch das Risiko mit sich, dass häufiger einsprachig kommuniziert wird und dass die kulturellen Besonderheiten verloren gehen. Ihre Übersetzungsfähigkeiten – im Deutschen deutlich besser als im Französischen und Italienischen, im Romanischen beinahe inexistent – verstärken die Ungleichheiten zwischen den einzelnen Sprachgruppen. Die immer häufigere Verwendung von KI kann zudem zu einem Rückgang der Sprachkompetenzen führen und letzten Endes die verbindende Rolle der Sprachen und die Berücksichtigung kultureller und regionaler Unterschiede schwächen.

Schliesslich betont die Studie, dass die Verwendung von KI bereits weit verbreitet ist, obwohl der rechtliche Rahmen dafür noch vervollständigt werden muss. Sie empfiehlt insbesondere folgende Massnahmen:

  • Festlegung eines klaren Regelwerks für die Interaktion zwischen KI, sprachlichen Anforderungen und Recht;
  • Gewährleistung einer ausgewogenen und zufriedenstellenden sprachlichen Abdeckung der KI-Tools innerhalb der Bundesverwaltung;
  • verstärkte sprachliche und kulturelle Sensibilisierung des mittleren Kaders;
  • regelmässige Beobachtung der Auswirkungen von KI;
  • vertiefte Betrachtung auf nationaler Ebene.

Angesichts der Ergebnisse der Studie fällt die Botschaft der Delegierten des Bundes für Mehrsprachigkeit, Nicoletta Mariolini, deutlich aus: Die Mehrsprachigkeit von morgen wird von der künstlichen Intelligenz geprägt werden, und es liegt an uns, diese zugunsten der sprachlichen Vielfalt und des nationalen Zusammenhalts einzusetzen. Sie können dieses Radiointerview (nur auf Französisch) anhören, um mehr über die Überlegungen von Nicoletta Mariolini zu diesem Thema zu erfahren.

Die Studie kann hier eingesehen werden:

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